Meine Arbeit

Ich möchte sinnvoll arbeiten, selbst bestimmen und mit anderen Menschen reden.

Aquarell: ein aufgeraeumter Schreibtisch mit Laptop und Pflanze
Nele Diercks mit einem Gesprächspartner
Arbeit bedeutet für mich auch: mit anderen Menschen zusammenarbeiten.

Warum Arbeit für mich wichtig ist

Ich habe eine Behinderung. Das heißt: Ich kann nicht alles so gut wie andere Menschen. Trotzdem möchte ich sinnvoll arbeiten. Arbeit gibt mir das Gefühl, gebraucht zu werden – und ich kann mit anderen Menschen reden und selbst bestimmen.

Ich habe eine Behinderung.
Ich kann nicht alles so gut wie andere.
Aber ich möchte arbeiten.
Arbeit ist mir wichtig.

Nele Diercks an einem Informationsstand
Im Einsatz für Unterstützte Kommunikation.

Was ich gearbeitet habe

Zentrum für Unterstützte Kommunikation (2008–2012): An der Katholischen Hochschule Freiburg habe ich im Bereich Heilpädagogik gearbeitet – im Zentrum für Unterstützte Kommunikation, zusammen mit Prof. Markowetz, Prof. Renner und Lars Tiedemann. Ich habe die Kommunikationshilfen verwaltet: An einer großen Wandtafel voller Symbole konnte ich sehen, welche Hilfsmittel ausgeliehen, kaputt oder verfügbar waren. Studierende konnten sich die Hilfsmittel zu festen Zeiten bei mir ausleihen.

Vorlesen von Bilderbüchern (seit 2012): Eine Vorleserin aus den USA hat mich inspiriert. Mit meinem Sprachcomputer lese ich in Kindergärten und Schulen Geschichten vor. Daher heißt meine Internet-Seite „Vorlesen einmal anders“.

Kommunikations-Botschafter:innen (2019–2021 und 09/2023–06/2026): Diese Weiterbildung für junge Menschen, die Unterstützte Kommunikation nutzen, habe ich von Anfang an mitgestaltet: 2019 bis 2021 die Planung und den ersten Durchgang, von September 2023 bis Juni 2026 dann die Projektleitung in Anstellung. Ich habe die Inhalte mitgestaltet und die Teilnehmenden begleitet.

Bei all dem arbeite ich mit meinem Sprachcomputer und mit meiner Assistenz zusammen. Sie ist mein Gerüst – und ich bestimme die Inhalte.

Das habe ich gearbeitet:

Ich habe an einer Hochschule gearbeitet.
Dort gab es Hilfen für das Reden.

Ich lese in Schulen und Kindergärten vor.
Mit meinem Sprach-Computer.

Ich habe eine Weiterbildung mitgeleitet.
Für junge Menschen mit Unterstützter Kommunikation.

Bei der Arbeit hilft mir immer meine Assistenz.
Ich bestimme, was ich sage.

Woran ich heute arbeite: kommunikation+

Heute bringe ich meine Erfahrung als Expertin in eigener Sache bei kommunikation+ ein – dem Angebot von AssistUK (Lars Tiedemann) rund um Unterstützte Kommunikation. Ich arbeite dabei immer gemeinsam mit Lars im Tandem, nicht allein. Zu meiner Arbeit gehören vier Bereiche:

  • Kooperative Beratung: Lars und ich beraten gemeinsam Menschen mit UK-Bedarf und ihre Familien. Ich bringe meine eigene Sicht als Nutzerin Unterstützter Kommunikation ein.
  • Kommunikationsoberflächen und Apps testen: Ich probiere Symboltafeln, Seitensets und Apps im Alltag aus und sage, was wirklich hilft – und was nicht.
  • Vorträge: Ich halte Vorträge und berichte aus meinem Leben mit Unterstützter Kommunikation.
  • Ausleihe: Wir verleihen UK-Material, damit Menschen es in Ruhe ausprobieren können.

Mehr über kommunikation+ steht auf der Internet-Seite von AssistUK.

Heute arbeite ich bei kommunikation+.
Das gehört zu AssistUK von Lars Tiedemann.
Wir arbeiten immer zusammen. Im Team.

Das mache ich dort:

Ich berate Menschen. Zusammen mit Lars.
Ich teste Tafeln, Seiten und Apps.
Ich halte Vorträge.
Wir verleihen Material zum Ausprobieren.

Veröffentlichungen

Über meine Arbeit gibt es auch Texte. Sie sind hier erschienen:

  • Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (Bildungs-Tandem-Projekt)
  • Zeitschrift „Das Band“ (Ausgabe 03/2024, ab Seite 26)
  • Gesellschaft für Erwachsenenbildung und Behinderung (01/2024, ab Seite 43)

Über meine Arbeit gibt es Texte.
Zum Beispiel in der Zeitschrift „Das Band“.

Videos zu meiner Arbeit

Hier können Sie mir bei meiner Arbeit zusehen. Die Videos werden erst nach einem Klick von YouTube geladen.

Hier sehen Sie mich bei der Arbeit.
Klicken Sie auf ein Video.

Video 1

Video 2

Video 3

Beispiele: Was das bedeutet – und wie Assistenz hilft

Was die Behinderung in diesem Bereich bedeuten kann

  • Es braucht einen zugänglichen Arbeitsplatz und passende Aufgaben.
  • Kommunikation am Arbeitsplatz braucht Zeit und Hilfsmittel.
  • Ohne Unterstützung bleiben Fähigkeiten ungenutzt.

Warum Kommunikation hier wichtig ist

  • Meine ganze Arbeit beruht auf Kommunikation: Ich lese vor, halte Vorträge, berate Familien, betreue die Ausleihe und teste Apps – immer im Gespräch mit anderen.
  • Ich teile mich über meinen Sprachcomputer und mein Körper-ABC mit. Das gemeinsame „Dolmetschen“ (Ko-Konstruktion) – mitdenken und Vorschläge machen, während ich entscheide – kann ein normales Gegenüber meist nicht; das übernimmt meine qualifizierte, in Unterstützter Kommunikation geschulte Assistenz.
  • So können Publikum, Kolleginnen und Kundschaft in ihrer Rolle bleiben. Wichtig ist nur, dass meine Assistenz mich und meine Themen gut kennt (Kontext) und sich Zeit nimmt.

Wie Lernen hier aussehen kann – und was dafür nötig ist

  • Ich arbeite mich in neue Aufgaben ein und lerne dazu, etwa neue Apps, Symboltafeln oder Themen für einen Vortrag.
  • Dafür brauche ich zugängliche Materialien und Arbeitsmittel, Zeit, einfache Sprache und meinen Sprachcomputer.
  • Eine geduldige Begleitung erklärt mir Neues und lässt mich dann selbst machen.

Wie Unterstützung durch Assistenz aussehen kann

  • Bei der Vorbereitung und Durchführung von Aufgaben assistieren, z. B. bei Vorträgen.
  • Die Kommunikation mit Kolleg:innen und Publikum unterstützen.
  • Technik und Hilfsmittel bereitstellen und bedienen.
  • Die Person als Fachfrau sichtbar machen – nicht ersetzen.

Was die Behinderung bedeuten kann:
Der Arbeitsplatz muss zugänglich sein.
Reden bei der Arbeit braucht Zeit.
Ohne Hilfe bleibt Können ungenutzt.

Kommunikation:
Ich rede mit meinem Sprachcomputer und mit meinem Körper-ABC.
Das Mitdenken und Übersetzen ist schwer.
Das macht meine Assistenz.
Sie kann Unterstützte Kommunikation gut.
Andere Menschen bei der Arbeit müssen das nicht können.

Lernen:
Ich lerne immer wieder Neues.
Zum Beispiel neue Apps und Tafeln.
Dafür brauche ich gute Sachen zum Arbeiten.
Ich brauche Zeit und einfache Sprache.
Jemand erklärt es mir und lässt mich dann machen.

Wie Assistenz hilft:
Bei Aufgaben und Vorträgen helfen.
Beim Reden mit anderen unterstützen.
Technik bereitstellen.
Die Person sichtbar machen.