Glossar

Wichtige Begriffe rund um die Unterstützte Kommunikation – einfach erklärt.

Aquarell: ein offenes Buch mit einer Lupe

Begriffe von A bis Z

Hier erkläre ich die wichtigsten Begriffe in meinen Worten. Ein noch ausführlicheres UK-Glossar gibt es bei AssistUK: Glossar Unterstützte Kommunikation.

Assistenz

Zwei Menschen, einer hilft dem anderen

Assistenz bedeutet, dass eine andere Person mich im Alltag unterstützt, ohne über mich zu bestimmen. Sie hilft mir genau dort, wo ich Hilfe brauche, und ich entscheide selbst, was geschehen soll.

Eine Assistenz ist ein Mensch.
Dieser Mensch hilft mir im Alltag.
Ich sage, was ich möchte.
Die Assistenz hilft mir nur dort, wo ich Hilfe brauche.
Ich bestimme selbst.

Augensteuerung

Ein Auge schaut auf einen Tablet-Bildschirm

Mit einer Augensteuerung bediene ich einen Computer allein mit meinen Augen. Eine Kamera erkennt, wohin ich schaue, und so kann ich Wörter und Sätze auswählen.

Ich kann mit meinen Augen einen Computer steuern.
Eine Kamera schaut auf meine Augen.
Die Kamera merkt, wohin ich schaue.
So wähle ich Wörter aus.

BTHG

Ein Dokument mit grünem Häkchen und eine Person daneben

Das BTHG ist ein Gesetz in Deutschland. BTHG ist die Abkürzung für Bundesteilhabegesetz. Es soll Menschen mit Behinderung mehr Selbstbestimmung und Teilhabe ermöglichen, zum Beispiel beim Wohnen, bei der Arbeit und bei der Assistenz.

Das BTHG ist ein Gesetz.
Es hilft Menschen mit Behinderung.
Sie sollen selbst bestimmen.
Und überall dabei sein.

Buchstabentafel

Eine durchsichtige Tafel mit Feldern, ein Auge schaut hindurch

Eine Buchstabentafel ist eine Tafel mit Buchstaben. Wer nicht spricht, zeigt damit Buchstaben an – mit dem Finger oder mit den Augen. So entstehen Wort für Wort ganze Sätze.

Eine Buchstabentafel hat Buchstaben.
Ich zeige auf einen Buchstaben.
Mit dem Finger oder den Augen.
So baue ich Wörter.

Gebärden

Zwei Hände machen ein Gebärden-Zeichen

Gebärden sind Zeichen, die man mit den Händen, dem Gesicht und dem Körper macht. Viele Menschen, die nicht oder wenig sprechen, nutzen Gebärden, um sich zu verständigen.

Gebärden sind Zeichen mit den Händen.
Auch das Gesicht und der Körper gehören dazu.
Jede Gebärde hat eine Bedeutung.
Mit Gebärden kann ich etwas sagen.

Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK)

Zwei Hände machen ein Zeichen, daneben ein sprechender Mund

Gebärdenunterstützte Kommunikation (kurz: GuK) heißt: Man spricht und zeigt dabei die wichtigsten Wörter zusätzlich mit Gebärden. Die Gebärden unterstützen das Sprechen und das Verstehen.

Bei GuK spricht man.
Und zeigt wichtige Wörter mit den Händen.
Die Gebärden helfen beim Verstehen.

Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK)

Menschen zusammen mit einer Sprechblase mit Herz

Die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK) ist ein Verein im deutschsprachigen Raum. Sie setzt sich dafür ein, dass Menschen, die nicht oder wenig sprechen, gut kommunizieren können, und bietet zum Beispiel Fortbildungen und Informationen an.

Die GesUK ist ein Verein.
Der Verein hilft Menschen, die nicht oder wenig sprechen.
Der Verein gibt Informationen.
Der Verein bietet Kurse an.

Inklusion

Verschiedene Menschen halten Hände, einer im Rollstuhl

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen von Anfang an dazugehören, mit und ohne Behinderung. Niemand muss sich erst anpassen, sondern die Gesellschaft richtet sich so ein, dass alle mitmachen können.

Inklusion heißt: Alle gehören dazu.
Menschen mit Behinderung gehören dazu.
Menschen ohne Behinderung gehören dazu.
Die Welt soll für alle Menschen passen.

Kernvokabular

Eine Tafel mit wenigen Symbol-Feldern, eine Hand zeigt darauf

Das Kernvokabular sind die Wörter, die wir im Alltag am häufigsten benutzen, zum Beispiel „ich", „mehr", „gehen" oder „nicht". Auf einem Sprachcomputer liegen diese Wörter an festen Plätzen, damit ich sie schnell finde.

Das Kernvokabular sind wichtige Wörter.
Diese Wörter brauchen wir sehr oft.
Zum Beispiel: ich, mehr, nicht.
Mit wenigen Wörtern kann ich schon viel sagen.

Ko-Konstruktion

Zwei Menschen, ihre Sprechblasen werden zu einer

Ko-Konstruktion bedeutet, dass zwei Menschen gemeinsam einen Satz oder eine Aussage entstehen lassen. Mein Gegenüber rät mit, fragt nach und hilft, sodass wir zusammen verstehen, was ich sagen möchte.

Ko-Konstruktion heißt: Wir bauen Sätze zusammen.
Ich gebe ein Zeichen oder ein Wort.
Mein Gegenüber denkt mit und fragt nach.
So verstehen wir gemeinsam, was ich meine.

Kommunikationspartner

Zwei Menschen im Gespräch, einer hört aufmerksam zu

Ein Kommunikationspartner ist die Person, mit der ich rede. Gute Partner geben mir Zeit, hören aufmerksam zu und bauen meine Aussagen mit mir zusammen. Sie sind für gelingende Unterstützte Kommunikation genauso wichtig wie ein gutes Hilfsmittel.

Ein Kommunikationspartner redet mit mir.
Ein guter Partner gibt mir Zeit.
Und hört gut zu.
Das ist sehr wichtig.

Kommunikationstafel

Eine Tafel mit bunten Symbol-Feldern, eine Hand zeigt darauf

Eine Kommunikationstafel ist eine Tafel mit Bildern, Symbolen oder Wörtern. Ich zeige darauf, was ich sagen möchte. So eine Tafel braucht keinen Strom und funktioniert überall.

Eine Kommunikationstafel hat Bilder und Wörter.
Ich zeige darauf.
So sage ich etwas.
Die Tafel braucht keinen Strom.

Kontext

Kontext ist alles, was zu einer Situation dazugehört: worüber gerade gesprochen wird, was vorher passiert ist, wer dabei ist und was die Person mag, kennt und erlebt hat. Bei der Ko-Konstruktion ist Kontext entscheidend: Je mehr meine Assistenz über mich und die Situation weiß, desto besser kann sie meine Wörter erraten und mit mir zusammen meine Aussage bauen. Darum ist es wichtig, dass alle in meinem Team viel Kontext über mich haben – und ihn bei der Übergabe weitergeben.

Kontext heißt: alles, was zu einer Situation gehört.
Zum Beispiel: Worüber reden wir gerade?
Was ist vorher passiert?
Was mag ich und was kenne ich?
Je mehr meine Assistenz über mich weiß,
desto besser versteht sie mich.

Körper-ABC

Eine Person zeigt etwas mit Körper und Blick

Beim Körper-ABC zeige ich Buchstaben mit Lauten und Bewegungen meines Körpers. So kann ich Wörter buchstabieren, auch ohne zu sprechen oder ein Gerät zu benutzen.

Beim Körper-ABC zeige ich Buchstaben.
Ich nutze dafür Laute und Bewegungen.
So buchstabiere ich Wörter.
Dafür brauche ich kein Gerät.

Leichte Sprache

Ein offenes Buch mit einem einfachen Symbol und Häkchen

Leichte Sprache ist eine besonders einfache Form von Deutsch mit kurzen Sätzen und leichten Wörtern. Sie hilft vielen Menschen, Texte besser zu verstehen.

Leichte Sprache ist einfaches Deutsch.
Die Sätze sind kurz.
Die Wörter sind leicht.
Jede Zeile sagt nur eine Sache.

METACOM-Symbole

Drei bunte Symbol-Karten mit Herz und Tasse

METACOM ist eine bekannte Sammlung von Symbolen für die Unterstützte Kommunikation. Mit diesen kleinen Bildern kann man Wörter und Sätze zeigen, zum Beispiel auf Tafeln oder auf einem Sprachcomputer.

METACOM-Symbole sind kleine Bilder.
Jedes Bild zeigt ein Wort.
Mit den Bildern kann ich etwas sagen.
Viele Menschen kennen diese Bilder.

Modellieren

Eine erwachsene Person zeigt einem Kind eine Symbol-Karte

Modellieren heißt: Mein Gegenüber benutzt mein Kommunikationsmittel selbst mit – zeigt auf der Tafel mit oder buchstabiert vor – während es spricht. So lerne ich Sprache durch Vorbild, ohne dass eine Antwort verlangt wird.

Modellieren heißt: Vormachen.
Mein Gegenüber zeigt selbst auf der Tafel.
So lerne ich die Sprache.
Ganz ohne Druck.

Scaffolding (Gerüst)

Eine Person steht in einem stützenden Gerüst

Scaffolding ist das englische Wort für Gerüst. Gemeint ist: Meine Assistenz gibt mir Halt wie ein Gerüst – beim Reden, beim Mitmachen und beim Tun. Diese Hilfe steht immer zur Verfügung; ich greife im Alltag darauf zurück, wann immer ich sie brauche. Wie viel Hilfe es sein soll, bestimme ich selbst. Ganz oben stehen Selbstbestimmung, Teilhabe und Aktivitäten – das Gerüst macht sie möglich.

Scaffolding heißt Gerüst.
Meine Assistenz ist wie ein Gerüst.
Das Gerüst gibt mir Halt.
Die Hilfe ist immer da.
Ich entscheide, wie viel Hilfe ich möchte.

Scanning

Felder, eines leuchtet, eine Hand drückt einen Taster

Scanning ist eine Art, ein Gerät zu bedienen. Die Felder leuchten nacheinander auf. Wenn das richtige Feld an der Reihe ist, drücke ich einen Taster. So können auch Menschen wählen, die nur eine Bewegung gut steuern.

Beim Scanning leuchten die Felder nacheinander.
Beim richtigen Feld drücke ich einen Taster.
So wähle ich aus.
Auch mit nur einer Bewegung.

Sprachcomputer (Talker)

Ein Tablet mit einer Sprechblase

Ein Sprachcomputer, auch Talker genannt, ist ein Gerät, das für mich spricht. Ich wähle Wörter oder Symbole aus, und das Gerät sagt sie mit einer Stimme laut.

Ein Sprachcomputer ist ein Gerät.
Das Gerät spricht für mich.
Ich wähle Wörter oder Bilder aus.
Dann sagt das Gerät die Wörter laut.

Teilhabe

Menschen stehen zusammen, einer im Rollstuhl

Teilhabe bedeutet, dass ich überall dabei sein und mitbestimmen kann, zum Beispiel in der Familie, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Dafür braucht es manchmal Hilfsmittel oder Unterstützung.

Teilhabe heißt: Ich bin dabei.
Ich mache mit.
Zum Beispiel bei der Arbeit.
Ich darf überall mitbestimmen.

Unterstützte Kommunikation (UK)

Eine Person mit Sprechblase und Kommunikationsgerät

Unterstützte Kommunikation, kurz UK, sind alle Wege und Hilfsmittel, mit denen sich Menschen verständigen, die nicht oder wenig über Lautsprache sprechen. Dazu gehören zum Beispiel Gebärden, Symbole und Sprachcomputer.

Unterstützte Kommunikation hilft beim Sprechen.
Die kurze Form ist UK.
Sie ist für Menschen, die nicht oder wenig sprechen.
Dazu gehören Gebärden, Bilder und Sprachcomputer.

Wunsch- und Wahlrecht

Eine Person wählt zwischen zwei Karten

Das Wunsch- und Wahlrecht bedeutet, dass ich selbst sagen darf, welche Hilfe ich möchte und wie ich leben will. Meine Wünsche sollen ernst genommen werden.

Ich darf selbst wählen.
Ich sage, welche Hilfe ich möchte.
Ich sage, wie ich leben will.
Meine Wünsche sind wichtig.

Noch mehr Begriffe erklärt das Glossar der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation.