Aktuelles

Neuigkeiten aus meinem Leben und meiner Arbeit.

Das ist neu bei mir.

7. Juli 2026 · Berlin

Fachgespräch beim Beauftragten der Bundesregierung

Nele Diercks im Rollstuhl an ihrem Sprachcomputer neben Jürgen Dusel, dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen; beide lächeln in einem hellen Veranstaltungsraum
Mit Jürgen Dusel beim Fachgespräch im Café Moskau in Berlin.

Am 7. Juli 2026 war ich in Berlin. Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, hatte zu einem Fachgespräch eingeladen. Das Thema war „Arbeit für Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf“. Getroffen haben wir uns im Café Moskau.

Teilhabe an Arbeit ist ein Menschenrecht. Für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf ist der Weg in Arbeit aber oft besonders schwer. Herr Dusel möchte in diesem und im nächsten Jahr genau auf diese Situation schauen – auch, weil gerade über Kürzungen in der Eingliederungshilfe gesprochen wird. Gut funktionierende Unterstützung muss erhalten bleiben.

Am 7. Juli 2026 war ich in Berlin.
Herr Jürgen Dusel hatte eingeladen.
Er arbeitet für die Bundes-Regierung.
Er kümmert sich um Menschen mit Behinderung.

Das Thema war: Arbeit für alle Menschen.
Auch für Menschen, die viel Hilfe brauchen.
Wir haben uns in Berlin getroffen.
Der Ort heißt Café Moskau.

Arbeit ist ein Recht für alle Menschen.
Aber viele Menschen mit Behinderung finden schwer Arbeit.
Herr Dusel will das ändern.
Gute Hilfe soll bleiben.

Nele Diercks am Sprachcomputer beim World-Café; im Hintergrund eine Metaplan-Wand mit den Themen Partizipation, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Beim World-Café haben wir in kleinen Gruppen gearbeitet.

Nach zwei Fachvorträgen haben wir im „World-Café“ in drei Runden zusammengearbeitet. Es ging um Arbeit an drei Orten: in der Werkstatt, auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt und im Sozialraum. Zu jedem Bereich haben wir dieselben drei Fragen besprochen: Wie können Menschen mitbestimmen? Welche Herausforderungen gibt es? Und was braucht es für die Zukunft?

Ich war als Expertin in eigener Sache dabei. Ich nutze selbst Unterstützte Kommunikation und spreche mit einem Sprachcomputer, den ich mit den Augen steuere.

Zuerst gab es zwei Vorträge.
Dann haben wir in Gruppen geredet.
Das nennt man World-Café.

Wir haben über Arbeit an drei Orten geredet:
in der Werkstatt,
auf dem normalen Arbeitsmarkt
und mitten in der Stadt.

Ich war als Expertin dabei.
Ich spreche mit einem Computer.
Den Computer steuere ich mit den Augen.

Ohne Unterstützte Kommunikation keine Teilhabe an Arbeit

Beim Fachgespräch ging es um Arbeit für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf. Mir ist dabei besonders wichtig: Damit Teilhabe an Arbeit überhaupt gelingen kann, braucht es Unterstützte Kommunikation – und zwar in allen ihren Formen. Unterstützte Kommunikation ist viel mehr als ein Sprachcomputer. Dazu gehören auch die Haltung, mit der wir einem Menschen begegnen, gute Methoden, passendes Material und viele weitere Hilfen.

Oft entsteht der Eindruck, Unterstützte Kommunikation sei nur der Talker – und für Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung gäbe es nichts. Das stimmt nicht. Auch hier gibt es gute Wege: genau beobachten, sich behutsam annähern und die Lebenswelt und die Biografie eines Menschen kennenlernen und einbeziehen. So finden wir heraus, wie ein Mensch sich ausdrückt – und wie Verständigung gelingt.

Genau das habe ich eingebracht: Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf müssen wirklich einbezogen werden – bei allen Entscheidungen, die ihr Leben betreffen. Dafür braucht es gute Assistenz, Unterstützte Kommunikation und genug Zeit zum Verstehen und Verständigen.

Beim Treffen ging es um Arbeit.
Um Arbeit für Menschen, die viel Hilfe brauchen.
Dafür ist Unterstützte Kommunikation wichtig.
Man sagt dazu kurz: UK.

UK ist mehr als ein Sprachcomputer.
Zu UK gehört auch:
die richtige Haltung,
gute Methoden,
gutes Material
und viele Hilfen.

Manche denken: UK ist nur der Talker.
Und für Menschen mit schwerer Behinderung gibt es nichts.
Das stimmt nicht.
Wir können gut hinschauen.
Wir können uns langsam annähern.
Wir lernen den Menschen kennen:
sein Leben und seine Geschichte.
So verstehen wir, wie er sich ausdrückt.

Ich habe gesagt:
Menschen mit Behinderung müssen mitreden dürfen.
Vor allem bei ihrem eigenen Leben.
Dafür brauchen sie gute Hilfe und genug Zeit.

Wie meine Teilhabe an so einem Treffen aussieht

Im Vorfeld: Damit ich wirklich mitreden kann, bereite ich mich gut vor. Ich bekomme das Thema und den Ablauf schon vorher. Das bespreche ich mit meiner Assistenz: Ich informiere mich und kläre meine Fragen. Dann geht meine Assistenz die einzelnen Punkte mit mir durch und fragt, was ich dazu denke. Ich gebe Stichwörter – was ich denke und was mir wichtig ist. Meine Assistenz fragt nach und schlägt Sätze vor. Ich bewerte diese Sätze und sage am Ende, ob ich einverstanden bin, ob nicht – oder ob ein Satz noch geändert werden soll. Es geht dabei immer um eine Richtung und um Annäherung, nicht um einen Absolutheitsanspruch.

Beim Treffen: Meine Assistenz fragt, ob mein Satz vorgelesen werden soll. Dann melde ich mich und trage meinen Beitrag vor. Meine Assistenz fragt immer nach, ob es so in Ordnung ist – denn durch die Diskussion und neue Informationen vor Ort kann sich meine Meinung auch ändern.

So bereite ich mich vor:
Ich bekomme das Thema und den Ablauf schon vorher.
Ich bespreche alles mit meiner Assistenz.
Ich informiere mich.
Ich stelle meine Fragen.

Dann fragt meine Assistenz:
Was denkst du zu diesem Punkt?
Ich sage Stichwörter.
Ich sage, was mir wichtig ist.
Meine Assistenz fragt nach.
Meine Assistenz schlägt Sätze vor.

Ich bewerte die Sätze.
Ich sage: Ja, der Satz ist gut.
Oder: Nein.
Oder: Bitte ändere den Satz noch.
Es ist immer eine Annäherung.

Beim Treffen:
Meine Assistenz fragt: Soll ich deinen Satz vorlesen?
Ich melde mich.
Ich trage meinen Beitrag vor.
Meine Assistenz fragt immer: Ist das so in Ordnung?
Denn meine Meinung kann sich auch ändern.
Zum Beispiel durch die Diskussion.

Nele Diercks an ihrem Sprachcomputer neben Silke Braun, der 1. Vorsitzenden der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation; beide lächeln in einem hellen Veranstaltungsraum
Beim Fachgespräch mit Silke Braun, der 1. Vorsitzenden der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK).

Aus den Gesprächen sollen Empfehlungen für die Politik entstehen. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich dabei sein und meine Sicht einbringen konnte.

Aus dem Treffen sollen gute Ideen für die Politik werden.
Ich habe mich sehr gefreut, dass ich dabei war.

1. Juli 2026 · Freiburg

Neue Aufgaben bei kommunikation+

Logo von kommunikation plus
Logo von AssistUK

Seit dem 1. Juli 2026 arbeite ich neu bei kommunikation+ in Freiburg – der Beratungspraxis für Unterstützte Kommunikation von AssistUK (Lars Tiedemann). Zu meinen Hauptaufgaben gehören die Ausleihe von UK-Spielen und -Material und das Testen von Apps für Menschen mit Augensteuerung.

Außerdem berate ich gemeinsam mit Lars im Team – als Expertin in eigener Sache, die selbst mit einem Sprachcomputer spricht – und halte Vorträge über mein Leben. Mehr dazu steht auf meiner Seite Arbeit.

Seit dem 1. Juli 2026 habe ich neue Aufgaben.
Ich arbeite bei kommunikation+ in Freiburg.
Das gehört zu AssistUK von Lars Tiedemann.

Das mache ich dort:
Ich leihe UK-Spiele und Material aus.
Ich teste Apps für Menschen mit Augensteuerung.
Ich berate Menschen. Zusammen mit Lars.
Ich halte Vorträge über mein Leben.

18. April 2026

Wiedergewählt als Sprecherin der UK-Referent:innen

Nele Diercks im Rollstuhl an ihrem Sprachcomputer bei einem Treffen der UK-Referent:innen; im Hintergrund weitere Menschen im Rollstuhl
Beim Treffen der UK-Referent:innen der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation.

Am 18. April 2026 wurde ich wieder zur Sprecherin der Unterstützt Kommunizierenden Referent:innen der Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK) gewählt.

UK-Referent:innen sind Menschen, die selbst Unterstützte Kommunikation nutzen. Sie sind Expert:innen für ihr eigenes Leben, für ihre Art zu kommunizieren und dafür, was ihnen guttut. Sie halten Vorträge über ihr Leben und ihre Erfahrungen und bringen sich in die Fachgesellschaft ein.

Als ihre Sprecherin vertrete ich die Interessen der UK-Referent:innen. Ich bin ihre Stimme in der GesUK und setze mich dafür ein, dass Menschen, die Unterstützte Kommunikation nutzen, mitbestimmen und gehört werden. Mehr über die UK-Referent:innen steht auf kommunikationsbotschafter.de.

Am 18. April 2026 gab es eine Wahl.
Ich wurde wieder gewählt.
Ich bin Sprecherin der UK-Referent:innen.
Das gehört zur Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation.

UK-Referent:innen nutzen selbst Unterstützte Kommunikation.
Sie halten Vorträge über ihr Leben.
Sie sind Expert:innen für ihr Leben und ihre Kommunikation.

Als Sprecherin bin ich ihre Stimme.
Ich vertrete ihre Interessen.
Ich setze mich dafür ein, dass sie mitbestimmen und gehört werden.

Zurück zur Startseite