Meine Wünsche

Ich wünsche mir ein selbstbestimmtes Leben. Hier erzähle ich, was mir wichtig ist.

Aquarell: eine Pusteblume, deren Samen davonfliegen
Nele Diercks draußen im Grünen mit ihrem Sprachcomputer
Draußen unterwegs – ein selbstbestimmtes Leben ist mein großer Wunsch.

So möchte ich leben

Ich möchte in meiner eigenen Wohnung leben – selbstbestimmt, mit meiner Assistenz an meiner Seite. Ich wünsche mir Kontakt zu meinen Freunden und zu meiner Familie. Und ich möchte aktiv am Leben in der Gesellschaft teilhaben.

Ich möchte in meiner eigenen Wohnung leben.
Dabei hilft mir die Assistenz.

Ich möchte Freunde treffen.
Und ich möchte dabei sein.

Nele Diercks in ihrem Rollstuhl vor dem Brandenburger Tor in Berlin
Am Brandenburger Tor in Berlin – unterwegs mit meinem Rollstuhl.

Drei Dinge sind mir besonders wichtig

Assistenz: Ich wünsche mir ein zuverlässiges Team von Assistent:innen. Sie sind qualifiziert und unterstützen mich bei all meinen Aktivitäten, bei meiner Kommunikation und bei meiner Teilhabe. Und ich wünsche mir Rahmenbedingungen, unter denen Assistent:innen langfristig mit mir arbeiten können.

Kommunikation: Ich möchte verstanden werden. Meine Assistent:innen sollen genug Zeit, die passenden Methoden und die nötigen Kompetenzen haben, um mich zu verstehen und meine Kommunikation so zu gestalten, wie ich es möchte. Denn selbstbestimmte Kommunikation ist die Voraussetzung für meine Teilhabe.

Arbeit: Ich möchte sinnvoll arbeiten. Zum Beispiel als Kommunikations-Botschafterin, beim Vorlesen in Schulen und Kindergärten und mit Vorträgen auf Fachtagungen.

Assistenz:
Ich wünsche mir ein gutes Team.
Die Menschen im Team sind gut ausgebildet.
Sie helfen mir beim Reden, beim Mitmachen und bei meinen Aktivitäten.
Und sie bleiben lange bei mir.

Kommunikation:
Ich möchte verstanden werden.
Meine Assistenz braucht dafür Zeit und gute Methoden.
Ich bestimme selbst, wie ich rede.
Denn Reden ist wichtig, um mitzumachen.

Arbeit:
Ich möchte arbeiten.
Zum Beispiel vorlesen und Vorträge halten.

Warum diese Wünsche besonders sind

Für viele Menschen sind diese Dinge selbstverständlich. Für mich sind sie wegen meiner Behinderung etwas Besonderes. Mit der richtigen Unterstützung kann ich meine Wünsche aber gut erreichen.

Andere Menschen finden das normal.
Für mich ist es besonders.
Mit guter Hilfe schaffe ich das.

Beispiele: Was das bedeutet – und wie Assistenz hilft

Was die Behinderung in diesem Bereich bedeuten kann

  • Wünsche zu äußern braucht Zeit, Geduld und gute Gesprächspartner.
  • Es besteht die Gefahr, dass andere über die eigenen Wünsche bestimmen.
  • Manche Wünsche scheitern an Barrieren oder fehlender Hilfe – nicht am Wollen.

Warum Kommunikation hier wichtig ist

  • Meine Wünsche und Ziele kann ich nur über Kommunikation äußern und erklären – sonst bleiben sie ungehört.
  • Ich teile mich über meinen Sprachcomputer und mein Körper-ABC mit. Das gemeinsame „Dolmetschen“ (Ko-Konstruktion) – mitdenken und Vorschläge machen, während ich entscheide – kann ein normales Gegenüber meist nicht; das übernimmt meine qualifizierte, in Unterstützter Kommunikation geschulte Assistenz.
  • So können Freundinnen, Nachbarn und andere in ihrer Rolle bleiben. Wichtig ist nur, dass meine Assistenz mich und meine Themen gut kennt (Kontext) und sich Zeit nimmt – damit meine echten Wünsche zählen, nicht die anderer.

Wie Lernen hier aussehen kann – und was dafür nötig ist

  • Ich lerne neue Möglichkeiten kennen, um überhaupt zu wissen, was ich mir wünschen kann.
  • Dafür möchte ich Erfahrungen ausprobieren und brauche zugängliche Infos in einfacher Sprache.
  • Ich brauche Zeit, meinen Sprachcomputer und eine geduldige Person an meiner Seite.

Wie Unterstützung durch Assistenz aussehen kann

  • Zuhören und herausfinden, was die Person wirklich möchte.
  • Wünsche ernst nehmen und bei der Umsetzung helfen.
  • Echte Wahlmöglichkeiten anbieten statt vorzugeben.
  • Auch ungewöhnliche Wünsche unterstützen.

Was die Behinderung bedeuten kann:
Wünsche sagen braucht Zeit.
Manche bestimmen über die Wünsche.
Barrieren stehen oft im Weg.

Kommunikation:
Ich rede mit meinem Sprachcomputer und mit meinem Körper-ABC.
Das Mitdenken und Übersetzen ist schwer.
Das macht meine Assistenz. Sie kann Unterstützte Kommunikation gut.
Freunde und Nachbarn müssen das nicht können.

Lernen:
Ich lerne neue Sachen kennen.
Dann weiß ich, was ich mir wünschen kann.
Dafür brauche ich Zeit und einfache Infos.
Und eine geduldige Person hilft mir.

Wie Assistenz hilft:
Gut zuhören.
Wünsche ernst nehmen.
Bei der Umsetzung helfen.
Die Wahl lassen.