Gute Assistenz
Assistenz ist anspruchsvoll. Sie braucht Fachlichkeit – und wirkt wie ein Gerüst, das mir Halt gibt.

Warum qualifizierte Assistenz wichtig ist
Assistenz ist anspruchsvoll – sie braucht Fachlichkeit, nicht nur guten Willen. Gerade das Reden gelingt nur gemeinsam: Fachleute sagen, dass meine Gesprächspartner mindestens so viel zum Gelingen beitragen wie ich selbst. Damit das Gerüst wirklich trägt, müssen meine Assistentinnen und Assistenten einiges können:
- Kommunikation: Sie kennen sich mit Unterstützter Kommunikation aus, geben mir Zeit, achten auf meine Zeichen, machen mir die Sprache selbst vor (Modelling) und bauen Sätze gemeinsam mit mir (Ko-Konstruktion). Sie nehmen meine Bedürfnisse nicht vorweg und nehmen jeden meiner Versuche ernst. Ohne diese Fähigkeiten werde ich nicht verstanden.
- Pflege und Gesundheit: Sie unterstützen mich kompetent und achtsam bei der Pflege – so, wie ich es möchte.
- Verlässlichkeit: Assistenz muss da sein, wenn ich sie brauche – pünktlich und planbar, rund um die Uhr. Nur dann kann ich mein Leben gestalten.
- Haltung: Sie begegnen mir auf Augenhöhe, trauen mir etwas zu und lassen mir die Entscheidung.
Deshalb ist qualifizierte und gut bezahlte Assistenz keine „Nettigkeit“, sondern die Voraussetzung für Selbstbestimmung und Teilhabe.
Assistenz ist nicht einfach.
Meine Assistenz muss vieles können.
Sie kennt sich mit meiner Kommunikation aus.
Sie hilft gut bei der Pflege.
Sie ist verlässlich und pünktlich.
Sie lässt mich selbst entscheiden.
Gute Assistenz ist sehr wichtig.
Nur so kann ich selbstbestimmt leben.
Assistenz als Gerüst – für Selbstbestimmung, Teilhabe und Aktivitäten
Ganz oben stehen für mich drei Dinge: Selbstbestimmung – ich entscheide selbst über mein Leben. Teilhabe – ich bin überall dabei. Und Aktivitäten – ich tue Dinge, die mir wichtig sind. Damit das gelingt, brauche ich Assistenz.
Assistenz ist für mich wie ein Gerüst. Fachleute nennen das Scaffolding – das englische Wort für Gerüst. Ein Gerüst gibt Halt und macht etwas möglich, das allein nicht ginge. Es baut aber nicht das Haus an meiner Stelle – ich bestimme, was entsteht.
Das Wichtigste: Diese Hilfe steht immer zur Verfügung. Ich kann im Alltag jederzeit auf sie zurückgreifen, wenn ich sie brauche. Mal brauche ich viel Unterstützung, mal wenig – wie viel es sein soll, entscheide ich. Die Assistenz verschwindet nicht, wenn etwas einmal allein klappt. Sie bleibt da, wie ein Geländer, das immer in Reichweite ist. Es geht nicht darum, ohne Hilfe auszukommen, sondern mit Hilfe selbstbestimmt zu leben.
Auf diesem Gerüst kann ich:
- kommunizieren: Meine Assistenz baut mit mir zusammen meine Sätze, achtet auf meine Zeichen und fragt nach. Das heißt Ko-Konstruktion. So werde ich verstanden.
- teilhaben: Mit Assistenz bin ich dabei – in der Schule, bei der Arbeit und in der Freizeit. Ich rede mit, entscheide mit und bestimme mit.
- aktiv sein: Mit Assistenz kann ich Dinge tun, unterwegs sein und meinen Alltag selbst gestalten.
Das Gerüst ist das Mittel. Das Ziel steht oben: ein selbstbestimmtes Leben mit Teilhabe und eigenen Aktivitäten.
Ganz oben stehen drei Dinge:
1. Selbstbestimmung.
Ich entscheide selbst.
2. Teilhabe.
Ich bin dabei und mache mit.
3. Aktivitäten.
Ich tue Dinge, die mir wichtig sind.
Dafür brauche ich Assistenz.
Assistenz ist wie ein Gerüst.
Das englische Wort dafür ist Scaffolding.
Das Gerüst gibt mir Halt.
Die Hilfe ist immer da.
Ich kann jederzeit danach fragen.
Mal brauche ich viel Hilfe, mal wenig.
Das entscheide ich selbst.
Mit dem Gerüst kann ich reden.
Mit dem Gerüst kann ich mitmachen.
Mit dem Gerüst kann ich aktiv sein.
Was mir hilft – was mich behindert
Ob ich mitmachen und mich verständigen kann, hängt nicht nur von mir ab. Es hängt vor allem von meiner Umgebung ab – von den Menschen, der Technik und den Orten um mich herum. Dieselbe Situation kann mir Türen öffnen oder mich aussperren.
Was mir hilft:
- Menschen, die mir Zeit geben und auf meine Zeichen achten. Ein Sprachcomputer allein genügt nicht – entscheidend sind das Gegenüber und die Zeit.
- Gute Gesprächspartner, die Sätze gemeinsam mit mir bauen, mir die Sprache vormachen und jeden meiner Versuche ernst nehmen.
- Verschiedene Wege zu reden: mein Sprachcomputer, mein Körper-ABC, Blicke, Laute und Mimik.
- Verlässliche Assistenz, die da ist, wenn ich sie brauche – und gute Planung im Voraus.
- Eine zugängliche Umgebung: ebene Wege, Aufzüge, genug Platz, eine ruhige Umgebung.
- Menschen, die mir etwas zutrauen und mich als Erwachsene ernst nehmen.
Was mich behindert:
- Wenn Menschen keine Zeit haben, mir ins Wort fallen oder erraten wollen, was ich sagen will, statt mich ausreden zu lassen.
- Wenn man mich für dumm hält oder wie ein Kind behandelt. Ich bin erwachsen und verstehe, worum es geht – ich brauche nur einen anderen Weg, um zu antworten.
- Wenn jemand an meiner Stelle spricht, statt meine eigene Stimme zu unterstützen.
- Treppen, fehlende Aufzüge, enge Räume und schlechte Wege.
- Wenn Assistenz fehlt oder gekürzt wird – dann kann ich vieles nicht.
Fachleute nennen das, was hilft, Förderfaktoren, und das, was behindert, Barrieren. Mir ist wichtig: Die größte Barriere ist oft nicht meine Behinderung, sondern eine Umgebung, die nicht mitdenkt. Wird sie verändert, kann ich vieles.
Ob ich mitmachen kann, hängt von meiner Umgebung ab.
Von den Menschen.
Von der Technik.
Von den Orten.
Das hilft mir:
Menschen geben mir Zeit.
Menschen achten auf meine Zeichen.
Menschen bauen Sätze mit mir.
Menschen trauen mir etwas zu.
Ein Aufzug und ebene Wege helfen mir.
Das behindert mich:
Menschen haben keine Zeit.
Menschen reden für mich.
Menschen halten mich für dumm.
Es gibt Treppen und keine Aufzüge.
Es gibt zu wenig Assistenz.
Das Wichtigste:
Oft ist nicht meine Behinderung das Problem.
Oft ist die Umgebung das Problem.
Wenn sich die Umgebung ändert, kann ich viel.
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