Mein Alltag
Wie und wo ich wohne – und wie ich selbstbestimmt mit Assistenz lebe.

Wie und wo ich wohne
Ich lebe in Freiburg im Breisgau, im Stadtteil Vauban. Ich wohne in einem genossenschaftlichen und inklusiven Wohnhaus und habe dort meine eigene Wohnung. Rund um die Uhr ist eine Assistenz für mich da – in einem festen 3-Schicht-System.
In meinem Stadtteil bin ich gut vernetzt: Ich kenne meine Nachbarinnen und Nachbarn, nehme an den Hausversammlungen teil und bin im nachbarschaftlichen Netzwerk „Milan“ aktiv. Daraus sind Freundschaften entstanden – wir laden uns gegenseitig ein, essen oder spielen zusammen. Mit der Straßenbahn fahre ich in die Stadt, manchmal auch mit dem Auto in den Schwarzwald.
Das Wichtigste daran: Ich lebe selbstbestimmt. Ich habe meine eigene Wohnung und meinen eigenen Alltag. Die Assistenz hilft mir dort, wo ich Hilfe brauche – und ich entscheide selbst, was geschieht.
Ich wohne in Freiburg.
Der Stadtteil heißt Vauban.
Ich habe eine eigene Wohnung.
Das Haus ist inklusiv.
Da wohnen verschiedene Menschen zusammen.
Ich kenne meine Nachbarn gut.
Wir treffen uns und machen zusammen etwas.
Manchmal fahre ich mit der Straßenbahn in die Stadt.
Eine Assistenz ist immer für mich da.
Tag und Nacht.
Ich bestimme selbst, was geschieht.
Was zu meinem Alltag gehört
Mein Alltag ist voll und abwechslungsreich:
- Reden: Ich verständige mich mit meinem Sprachcomputer, meinem Körper-ABC und mit Blicken, Lauten und Mimik – immer gemeinsam mit guten Gesprächspartnern.
- Arbeiten: Ich halte Vorträge, lese in Kindergärten vor und arbeite in Projekten der Unterstützten Kommunikation. Mehr unter Arbeit und Besonderes.
- Freizeit: Mit meiner Assistenz gehe ich ins Kino oder ins Konzert, bin beim Wandern dabei und mache Yoga (Yoga im Tuch). Ich fahre mit meinem Rollstuhl-Fahrrad mit – ich sitze vorne, meine Assistenz tritt. Ich spiele gern Brett- und Kartenspiele mit Nachbarn (zum Beispiel Dixit, SkipBo oder Siedler von Catan), spiele am Computer und kümmere mich um meine Pflanzen. Ich reise gern und besuche meine Familie auf Baltrum.
Für vieles davon brauche ich Assistenz – und gute Planung. Dann bin ich dabei. Das nenne ich Teilhabe.
In meinem Alltag mache ich viel:
Ich rede mit dem Computer und mit dem Körper-ABC.
Ich halte Vorträge und lese Geschichten vor.
Mit meiner Assistenz gehe ich ins Kino und fahre Rad.
Ich mache Yoga und spiele gern Spiele.
Ich besuche meine Familie.
Dafür brauche ich Assistenz.
Dann kann ich überall dabei sein.
Selbstbestimmt – mit Assistenz
Assistenz heißt für mich nicht, dass jemand über mich bestimmt. Meine Assistenz ist wie ein Gerüst: Sie gibt mir Halt, damit ich reden, mitmachen und entscheiden kann. Diese Hilfe ist immer da, wenn ich sie brauche – und wie viel Hilfe es sein soll, bestimme ich selbst. Mehr dazu unter Assistenz.
Meine Assistenz bestimmt nicht über mich.
Die Assistenz hilft mir wie ein Gerüst.
So kann ich reden und mitmachen.
Ich entscheide, wie viel Hilfe ich möchte.
Beispiele: Was das bedeutet – und wie Assistenz hilft
Was die Behinderung in diesem Bereich bedeuten kann
- Jeder Schritt im Tagesablauf braucht Unterstützung – Aufstehen, Anziehen, Essen, Körperpflege.
- Auch nachts muss verlässlich jemand erreichbar sein.
- Ohne feste Struktur und Assistenz ist ein selbstbestimmter Tag kaum möglich.
Warum Kommunikation hier wichtig ist
- Damit mein Alltag mir gehört, muss ich ständig sagen können, was ich möchte: wann ich aufstehe, was ich esse, was als Nächstes geschieht.
- Ich teile mich über meinen Sprachcomputer und mein Körper-ABC mit. Das gemeinsame „Dolmetschen“ (Ko-Konstruktion) – mitdenken und Vorschläge machen, während ich entscheide – kann ein normales Gegenüber meist nicht; das übernimmt meine qualifizierte, in Unterstützter Kommunikation geschulte Assistenz.
- So können Freundinnen, Nachbarn und andere in ihrer Rolle bleiben. Wichtig ist nur, dass meine Assistenz mich und meine Themen gut kennt (Kontext) und sich Zeit nimmt.
Wie Lernen hier aussehen kann – und was dafür nötig ist
- Auch im Alltag lerne ich Neues – neue Abläufe, neue Wege, neue Entscheidungen, die ich selbst treffe.
- Dafür brauche ich zugängliches Material, Zeit, Wiederholung und einfache Sprache.
- Und ich brauche eine geduldige Person, die mir etwas erklärt und mich mit meinem Sprachcomputer in Ruhe ausprobieren lässt.
Wie Unterstützung durch Assistenz aussehen kann
- In einem festen Schicht-System rund um die Uhr da sein.
- Den Tag gemeinsam planen und auf Wünsche eingehen.
- Bei allen Verrichtungen unterstützen, ohne zu bevormunden.
- Auf spontane Bedürfnisse flexibel reagieren.
Was die Behinderung bedeuten kann:
Der ganze Tag braucht Hilfe.
Auch in der Nacht.
Ohne Assistenz geht es nicht.
Kommunikation:
Ich rede mit meinem Sprachcomputer und mit meinem Körper-ABC.
Das Mitdenken und Übersetzen ist schwer.
Das macht meine Assistenz. Sie kann Unterstützte Kommunikation gut.
Freunde und Nachbarn müssen das nicht können.
Lernen:
Ich lerne auch im Alltag Neues.
Dafür brauche ich Zeit und einfache Sprache.
Ich brauche meinen Computer.
Und eine geduldige Person, die es mir zeigt.
Wie Assistenz hilft:
Tag und Nacht jemand da.
Den Tag zusammen planen.
Bei allem helfen.
Auf Wünsche eingehen.